312017Dez

Urologie 2017 – Heilsame Innovationen oder ökologische Toxizität?

uro

Urologisch war es ein spannendes Jahr:
– Das Prostatacarcinom hält uns auf Trab: Diagnostik mittels MRT, genetische Typisierung (Splice Varianten des Androgenrezeptors), Robotische Operation oder doch lokale Therapie mittels IRE? Aktive surveillance? Bestrahlung – natürlich mit Goldmarkern! Sündteure neue Hormontherapien?
– Marker beim Blasenkrebs, operative Strategien bei fortgeschrittenen Stadien? Stellenwert der Chemotherapie? Instillation – womit?
– Organerhaltende Operation beim Nierenzellcarcinom, targeted therapies, Immuntherapie? Strahlentherapie?
– Fraglich wertvolle Innovationen bei der gutartigen Prostatavergrößerung: Embolisation? Laserverfahren? Botox für die Prostata?
– „Neue“ Medikamente für die überaktive Blase?
– 
und immer wieder erektile Dysfunktion: Lebensstil? OP-Folge? Streß?

Was bleibt sind viele Fragezeichen. Vor allem für den Patienten – und wir niedergelassene UrologInnen müssen sie beantworten. Das braucht ZEIT! Darauf wird unser Gesundheitssystem Rücksicht nehmen müssen, denn was nützen die teuersten Innovationen, wenn der verunsicherte Patient nicht entsprechend begleitet werden kann! Da braucht es einen Arzt, dem man vertraut, vor allem in schwierigen Phasen einer Krankheit. Ob das Wunderding der Gesundheitsökonomen, das „PVZ“ – primäres Versorgungszentrum, mit zahlreichen KollegInnen und daher immer wechselndem Ansprechpartnern, das leisten kann, bezweifle ich….

Ich freu mich auf jeden Fall auf ein fachlich spannendes und interessantes 2018 und ein weiteres schönes Ordinationsjahr mit vielen  zufriedenen Patientinnen und Patienten, interessanten Gesprächen und vielen medizinischen Erfolgen. :-)

GH