72018Jan

Prostatakrebs aktuell: 40 neue Fälle im Jahr 2017

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2017 wurde in meiner Ordination bei 40 Männern ein Prostatacarcinom neu entdeckt, davon waren 6 Zufallsbefunde bei Operationen der Blase oder der Prostata im Krankenhaus.

Im Zuge der Vorsorge wurden aufgrund eines auffälligen Verlaufes des PSA-Wertes bei 54 Patienten Gewebeproben von der Prostata entnommen. Dabei wurden in 34 Fällen (62%) ein Prostatkrebs gefunden. Erfreulich ist, dass bei 28 dieser Patienten (82%) eine gezielte lokale Therapie in die Wege geleitet werden konnte: 19  (55,9%) wurden an der Urologie Wr.Neustadt mit dem „Da Vinci“-Roboter operiert, 9 (26,6%) bekamen eine Strahlentherapie.

Das Durchschnittsalter der operierten Männer war 62 Jahre und deren mittlerer PSA-Wert war 7,34 ng/ml. Die Patienten die eine Strahlentherapie bekamen waren etwa um 10 Jahre älter (ø 72,2 Jahre) und hatten auch einen höheren PSA-Wert (12,67 ng/ml).

Bei 2 Männern (5,8%) war die Befundkonstellation so günstig, dass vorläufig keine Therapie für erforderlich angesehen wurde, daher machen wir lediglich engmaschige Kontrollen. Erst bei einer Veränderung des Befundes werden wir das weitere Vorgehen neu besprechen.

Natürlich gab es auch Männer bei denen der Prostatakrebs in einem späten Stadium gefunden wurde: In 3 Fällen wurde aufgrund des fortgeschrittenen Alters (ø 82 Jahre) nur mehr eine hormonelle Therapie begonnen, um das Fortschreiten der Erkrankung einzudämmen, in einem Fall war der Anfangs PSA-Wert  252 ng/ml !! Bei diesem Patienten wurde eine kombinierte Hormon-/Chemotherapie an der Urologie Wr.Neustadt durchgeführt.

Natürlich verwende ich auch das multiparametrische MRT der Prostata für die Diagnostik. Die Indikation dafür wurde bei 22 Männern gestellt, bei 12 davon (55%) half die MRT in der Krebsdiagnose. Es ist also kein alleiniges Diagnoseinstrument für den Prostatakrebs, sondern lediglich ein weiteres Hilfsmittel.

Further studies will be needed….